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Reviews
FRANKFURTER NEUE PRESSE
Brahms: Roots and Memories (9 Oct 2008)
Die Alte Oper Frankfurt, 1. Oktober 2008
Auch das zweite Konzert mit dem Monteverdi-Choir und John Eliot Gardiner beeindruckte über alle Maßen. Bereits das Programm regte an. Wann hat man schon mal Auszüge aus Brahms’ umfangreicher Sammlung von (zarten) Bearbeitungen zahlreicher Motetten und Psalmen des 16. und 17. Jahrhunderts gehört? Nun brachte der von John Eliot Gardiner gegründete und geleitete Chor gleich vier Beispiele, die sich an Intensität und Kraft kaum nachstanden. Am eindringlichsten fiel vielleicht noch Johann Eccards adventliches «Übers Gebirg Maria geht» aus, das vom Chor rhythmisch sehr akzentuiert dargestellt wurde.
Es ist dies ohnehin die Spezialität Gardiners: ein akzentuierter, äußerst transparenter Orchesterklang, den er mit einer speziellen Aufstellung der Musiker sicherstellt. So erschien bereits Beethovens «Coriolan»-Ouvertüre (op.62) am Beginn des Abends in einem ganz neuen Licht. Brahms’ vierte Sinfonie (op.98) konnte ebenfalls nur profitieren. Die Blechbläser waren im vierten Satz überaus präsent und sauber, und der Triangel-Spieler rückte im «Allegro giocoso» endlich einmal in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Gardiner hatte den schwergewichtigen Musiker mit dem kleinen, leichten Instrument am rechten vorderen Rand Platz nehmen lassen, wo er sich mit präzisem Schlag bewähren konnte. An dem erhebendsten Moment des Konzertes aber war das «Orchestre révolutionnaire et romantique» nicht beteiligt: In Brahms’ «Fest- und Gedenksprüchen» wirkte der Chor «a cappella» in kraftvollster Weise, ebenfalls wieder frisch, drängend und kompakt. Ein großer Abend! -Matthias Gerhart-
www.fnp.de/fnp/welt/kultur/rmn01.c.5202643.de.htm
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